Deutschland plant bis 2045 klimaneutral zu sein und seine THG-Emissionen um 65 % ggü. 1990 zu senken. Heute verwenden 53 % der Wohngebäude Erdgas zum Heizen. Den regulatorischen Rahmen für die Transformation des Wärmesektors setzt derzeit das Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches die Bundesregierung nun durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anpassen will. Diese Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) untersucht mögliche Gaspreisentwicklungen auf Basis von Szenarien zur Entwicklung der Biomethan-Nachfrage im Wohngebäudesektor in Deutschland sowie des europäischen Angebotspotenzials für Biomethan.
Die Ergebnisse der Analyse „Biomethan im deutschen Gebäudesektor – Eine szenariobasierte Analyse der Preisentwicklung“ zeigen, dass die im GModG vorgesehene Quote für Biomethan zu einer Knappheit an Biomethan führen kann. Wenn das europäische Produktionspotenzial für nachhaltige Biomasse konstant auf dem heutigen Niveau bleibt, könnte der Preisdruck ab 2040 durch Knappheitspreise ansteigen. Die Endverbraucherpreise für Gas könnten sich dadurch ab 2040 verzehnfachen, wodurch Gasheizungen für alle Wohngebäude unwirtschaftlich werden. Ein Heizkostenvergleich zeigt, dass es bei einem im Jahr 2026 anstehenden Heizungswechsel szenariounabhängig in Mehrfamilienhaus-Beispielgebäuden am günstigsten ist, eine Wärmepumpe zu installieren. Für Einfamilienhäuser kann eine Gasheizung mit Biotreppe kurzfristig wirtschaftlicher sein als eine Wärmepumpe, könnte langfristig jedoch hohen Gaspreisen unterliegen. Die Betriebskosten einer Gasheizung unterliegen hohen Unsicherheiten, da sie am Gaspreis hängen, der ab 2040 steigen könnte. Haushalte in Einfamilienhäusern, die 2026 noch eine Gasheizung installieren würden, unterliegen dem Risiko, dass diese Gasheizung ab dem Jahr 2040 im Vergleich zu einer Wärmepumpe nicht mehr wirtschaftlich ist. Langfristig erweist sich Biomethan als ökonomisch tragfähig, wenn das europäische Angebotspotenzial steigt.
